Tomaten richtig pflanzen - Verband der Gartenfreunde Schönebeck und Umgebung e.V.

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Tomaten richtig pflanzen

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Rat der Fachkommission zum Thema Tomatenpflanzung

Die Temperaturen steigen, die Eisheiligen sollten vorbei sein – es wird Zeit für die Tomatenpflanzung. Dafür einige Empfehlungen der Fachkommission des Verbandes der Gartenfreunde Schönebeck und Umgebung.

  • Einen oder mehrere Tage vor der Pflanzung  sollte bereits das Pflanzloch ausgehoben und die Erde um das Pflanzloch zur Erwärmung durch die Sonne abgelegt werden. Etwas  Komposterde oder ein Kalium betonter Dünger kann untergemischt werden – nicht pur in das Pflanzloch geben!


  • Kurze gedrungene Pflanzen werden so tief wie möglich gepflanzt und in Höhe der Wurzeln eine Gießhilfe (eine ausgediente Kunststoffflasche ohne Boden und ohne Verschluss) so platziert, dass die Verschlussöffnung die Wurzeln erreicht. Je tiefer die Gießhilfe in die Erde reicht, umso besser ist es für die Wurzelbildung. Die Pflanze bildet Wurzeln in Richtung des Wassers, ist das Wasser unter der Pflanze werden diese sich in diese Richtung entwickeln und gießen wir die Oberfläche so sind die Wurzeln auch nur oberhalb und stabilisieren die Standfestigkeit nicht. Ein weiterer Vorteil dieser Methode besteht darin, dass die unteren Blätter trocken bleiben und so der Kraut- und Braunfäule entgegengewirkt wird.

  • Sind die Pflanzen sehr lang und bei dem gleichen Verfahren kämen die Wurzel sehr tief in die noch kalte Erde, so kommt es zu Wachstumsstockungen. Die sind vermeidbar, in dem die Pflanzen schräg platziert werden. Die Gießhilfe kommt jetzt direkt auf die Wurzel und das Wasser kommt genau dorthin, wo es auch gebraucht wird, an die Wurzel. Ist die Öffnung der Flasche zu groß und das Wasser ist sofort im Erdreich verschwunden, wird die Öffnung mit etwas Erde verschlossen und der Prozess wird verlangsamt.

  • Sobald sich die jungen Pflanzen stabilisiert haben, können die untersten Blätter, die die Erde berühren, entfernt werden. Wichtig ist, dass beim gießen mit erwärmten Wasser, die Tomatenblätter trocken bleiben. Eine Überdachung bzw. Tomatenschutzfolien können ebenfalls vorbeugen. Eine schnelle Trocknung des Blattwerks nach einem Regen erreicht man auch durch weite Pflanzabstände. Der Wind sollte alle Blätter erreichen und zeitnah trocknen – Feuchtigkeit führt zu Erkrankungen.

  • Zeigen sich in den Blattachseln die ersten Nebentriebe (Geizer), sind diese zu entfernen. Diese können aber auch ohne Vorbehandlung in die Erde gesteckt und leicht angegossen werden. Nach wenigen Tagen entwickelt sich daraus eine neue Tomatenpflanze.

  • Tomaten sind Starkzehrer und benötigen ca. 25 g/m² Stickstoff. Aber es schadet der Pflanze nicht, wenn sie in den ersten Tagen (bis 3 Wochen) „hungern" muss, es fördert die Blütenbildung und somit eine frühere Ernte. Günstig ist eine weitere kontinuierliche Versorgung mit allen Nährstoffen, wie Stickstoff, Kalium und Phosphor mittels Kompost als Bodenabdeckung oder mittels Tomatendünger über die Gießhilfe. Sollten sich irgendwann die Blätter rollen, kann das ein Zeichen für Überdüngung (Stresssituation) sein. Eine intensive Wasserversorgung hilft und die eingerollten Blätter schaden der Pflanze nicht.

  • Als Pflanzenkrankheiten wären zu nennen:
    Die Kraut- und Braunfäule (Phytophtora) ist eine Pilzerkrankung und kann mit einem  zugelassenen Pilzbekämpfungsmittel bekämpft werden. Vorbeugend hilft eine Spritzung mit Ackerschachtelhalm oder verdünnter Milch. Knoblauchbrühe (200 g in 3 Liter Regenwasser verjauchen und nach 5 Tagen mit weiteren 3 Liter Wasser verdünnen) stärkt die Widerstandsfähigkeit und kann vorbeugend gegossen werden.
    Eine weitere Erkrankung ist der Grünkragen (Nichtausreifen am Stielansatz). Stattdessen ein grüner oder gelber “Kragen“. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung (Tomatendünger) hilft.
    Die Blütenendfäule (braune Flecke) sind auf Kalziummangel zurückzuführen. Oft hilft eine gleichmäßige Versorgung mit Wasser. Diese Erkrankung ist witterungs- und sortenbedingt.

Die eingerollten Blätter sind keine Erkrankung, sondern zeugen davon das die Pflanze Stress hatte.

Garten Siggi
Siegfried Kliematz - Verbandsfachberater


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Letzte Aktualisierung am

21.07.2017

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