Gartenarbeiten im Dezember - Verband der Gartenfreunde Schönebeck und Umgebung e.V.

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Gartenarbeiten im Dezember

Thema Garten > Fachberatung
 
Der Garten im Dezember
 

Können wir Kleingärtner uns in der kalten Jahreszeit ausruhen? Keineswegs – im Garten gibt es immer etwas zu tun. Hier wiederum meine Tipps und Empfehlungen.

 
Der Obstgarten im Dezember

 
1.  Das Gartenjahr endet nunmehr auch im Obstgarten. Rundgänge durch den Garten mit dem Ziel Schädigungen frühzeitig zu erkennen sind aber unabdingbar. So zum Beispiel:
 
  • Obstbaumkrebs an Stämmen und Ästen (bei trockenem Wetter tief ins gesunde Holz heraus schneiden und mit Baumwachs verstreichen.)
  • Monilia und andere Fruchtfäulen (sogenannten Mumien) entfernen.
  • Schorf und andere Blattfleckenpilze am Falllaub (beim Kompostieren gut mit Erde oder anderen geeigneten Materialien abdecken bzw. entsorgen.
 
2.  Himbeeren können bei Frostfreiheit gepflanzt werden. Die Setzlinge sind auf ca. 20-25 cm einzukürzen. Der Wurzelhals soll max. 5 cm mit Erde bedeckt sein. Nachdem Wässern schützt eine dicke Laubschicht vor dem Austrocknen.
 
3.  In gefährdeten Gebieten sind die Bäume vor Wildverbiß durch eine Kunststoff- bzw. Drahtummantelungen zu schützen. Ein Schutz durch Stroh ist nicht mehr zu empfehlen.
 
4.  Reiser/Steckhölzer können im Dezember/Januar (15.12. bis 15.01.)  geschnitten und für Veredelungen im Frühjahr in feuchter Erde/Sand eingelagert/überwintert werden.
 
5.  Die im September angelegten Leimringe sind zu überprüfen und funktionsuntüchtige durch neue zu ersetzen.
 
6.  Die Sitkafichtenlaus ist auch im Winter (bis ca. minus 14°) aktiv und sollte mittels „Klopfkontrolle“ nachgewiesen werden. Dazu legt man ein Blatt Papier oder eine weiße Tischdecke unter den Baum und klopft kräftig  am Stamm. Sind Läuse vorhanden, sind diese gut sicht- und erkennbar. Eine Bekämpfung mit Kaliseifen, Mineral- oder Rapsölen hilft.
 
 
Der Gemüsegarten im Dezember
 
1.  Das eingelagerte Gemüse (Kohlrabi, Möhren und Sellerie) regelmäßig kontrollieren und faulende Früchte zeitnah verarbeiten oder vernichten.
 
2.  Äpfel geben ein Reifegas ab. Deshalb sind diese nicht im gleichen Raum zu lagern, es sei man wünscht ein Nachreifen (bei Tomaten zum Beispiel)
 
3.  Wer im September Radieschen gesät hat kann diese im Dezember ernten. Die jungen  Blätter sind als kräftiges, frisches Suppengewürz verwendbar.
 
4.  Der Dezember ist der Erntemonat für Braun(Grün)- bzw. Rosenkohl. Nach den ersten Nachtfrösten schmeckt der Kohl besonders gut.
 
5.  Analog können bei frostfreiem Wetter Schwarzwurzel und Möhren sowie Mangold und Chinakohl geerntet werden.
 
6.  Zur Vermeidung von Gemüsemaden (Lauchmotte, Porreeminier- bzw. Zwiebelfliege) ist folgendes zu beachten:
 
 
  • Alle befallenen Pflanzenteile nicht kompostieren, sondern über den Restmüll entsorgen
  • Fruchtwechsel, wenn möglich einhalten (4 jährige Anbaupausen)
  • Pflanzenschutznetze im Frühjahr einsetzen.
 
7.  Rhabarberbeete dick mit Rohkompost und Laub/Stroh abdecken und oft wässern.
 
 
Der Ziergarten im Dezember
 
1.  wenn noch nicht geschehen müssen jetzt alle frostempfindlichen Gehölze, Stauden und Knollen winterfest gemacht werden. Das heißt Dahlien, Gladiolen, Canna und Calla – Russisches Wunder uam. Sind auszugraben, zu trocknen und frostfrei trocken einzulagern. Die Grünteile sind vorher zu entfernen.
 
2.  Ziergräser sind locker zusammenzubinden. Sie dürfen weder faulen noch auseinander fallen. Keineswegs abschneiden!
 
3.  Rosen benötigen ab minus 5° einen Winterschutz. Weniger als Frost- mehr als Verdunstungsschutz. Oft erfrieren die Rosen nicht, sondern sie vertrocknen. Den Wurzelhals 20 bis 25 cm mit Erde anhäufeln (kein Laub verwenden!)
 
4.  Hochstammrosen sind analog zu schützen. Die Krone ist stark einzukürzen und mit einem geeigneten Material zu umwickeln (Winterschutzhauben) Hierbei handelt es sich wirklich um Frostschutz und so sollte der Schutz entsprechend ausgelegt werden.
 
5.  Was ist zu tun, wenn der Rasen schimmelt?
  • pH Wert ermitteln, wenn zu hoch, nicht mehr kalken
  • Herbstrasendünger ausbringen – sehr oft fehlt Kali!
  • den Rasen auf 5-6 cm mähen.
 
6.  den Rasenschnitt mit Laub gemischt kompostieren.
 
7.  Die Wühlmäuse sind jetzt hungrig. Gern nehmen sie daher angebotene Trockenköder an. Der Einsatz von Wühlmausfallen ist empfehlenswert.


Sonstige Arbeiten im Dezember bzw. im Winter

1.  Zum Schutz der bei uns überwinternden Vögel kleine, flache Tränken aufstellen. Das Baden muss unmöglich sein (Schutz vor dem Erfrierungstot)

2.  bei strengem Frost ungesalzene Fettkugeln oder Talgdrüsen anbieten.

3.  die gereinigten Nistkästen als Schutzraum anbringen.

4. Schnee als „Dünger“ auf den Beeten ausbringen.

5.  entsprechend der Analyse auf den Schnee kalken (Faustformel 40 g/m²)

6.  Gartenteiche unter 80 cm Tiefe erhalten einen Winterschutz aus Bretter und Laub/Stroh.

7.  die Wintermonate sollten für die Gartenplanung genutzt, Sämereien bestellt und defekte Gartengeräte repariert werden.

8.  das kalte Frühbeet bleibt vorerst „kalt“
 
 

Allgemeine Anmerkungen
 
 
Sie haben Fragen oder Anregungen, haben andere Erfahrungen bzw. sind der Meinung bestimmte Formulierungen sind unrichtig – dann wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle des Verbandes der Gartenfreunde Schönebeck und Umgebung e.V. Tel.: 03928 840108 oder per E-Mail.
 
 


Viele Grüße
Euer Garten-Siggi

 

Letzte Aktualisierung am

28.01.2019

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