Gartenarbeiten im Oktober - Verband der Gartenfreunde Schönebeck und Umgebung e.V.

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Gartenarbeiten im Oktober

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Der Garten im Oktober

Jetzt ist er da, der goldene Herbst. Und auch diese Jahreszeit hat schöne Seiten.
 
Als Kleingärtner sollte man immer neben der Arbeit auch diese kostenfreien Schönheiten der Natur sehen und sich daran erfreuen. Ich möchte aber dennoch die notwendigen Arbeiten für den Monat Oktober wie ansonsten auch zusammenschreiben und auf wichtige Dinge hinweisen.
 
 
Der Obstgarten im Oktober
 
 
1. Die Kernobsternte ist im Oktober ein Schwerpunkt der Arbeiten im Obstgarten. Nur gesundes Obst wird trocken und frostfrei eingelagert. Ständige Kontrollen sind erforderlich und Obst mit Schadstellen einer sofortigen  Verarbeitung oder Entsorgung zuzuführen. Obst, welches zur Wintereinlagerung bestimmt ist, sollte möglichst bei trockenem Wetter geerntet werden. Somit sind die Früchte weniger druckempfindlich. Durch die Sonne tagsüber aufgewärmtes Obst schwitzt und fault schneller. Ein vorheriges Abkühlen wirkt dem entgegen.
 
 
2. Fallobst sowie am Baum erkennbare kranke Früchte sind zeitnah zu verarbeiten bzw. anderweitig zu entsorgen.
 
 
3. Wenn wir jetzt schon an das Frühjahr denken, dann sollten wir um unsere Kernobstbäume Wellpappen- bzw. Leimringe legen, damit so die flugunfähigen Weibchen zur Eiablage nicht in die Baumkronen gelangen. Fraßschäden können so minimiert oder vermieden werden.
 
 
4. Wichtig ist jetzt auch die Pflege alter Bäume. Schäden durch den Obstbaumkrebs bzw. durch Blutläuse sind bei trockenem Wetter sauber bis ins gesunde Holz herauszuschneiden und mit Wundverschlussmittel gut zu verstreichen.
 
 
5. Der Oktober ist der optimale Monat zur Pflanzung aller Obstgehölze.
 
Wichtig ist jedoch die Beachtung der Unterlage. Mit der Unterlage können die Größe und damit der Platzbedarf des Baumes, Ertragsbeginn, Fruchtgröße und –farbe sowie die Widerstandsfähigkeit gegen Frost und Krankheiten beeinflusst werden.
 
Bei Platzproblemen oder überhaupt sind schwachwachsende Unterlagen zu bevorzugen.
 
 
Äpfel z.B.    M  9  schwachwachsend  (Stützpfahl notwendig)
 
                M 27 sehr schwachwachsend. Für stark wachsende Veredelungen zu empfehlen.
 
                P 22  für kleine Bäume
 
 
Birnen;        Quitte als Unterlage mittelstark u.U. Stützpfahl erforderlich
 
 
Steinobst Weiroot 72  oder Gisela 5 bzw. 3
 
 
Pflaumen    Julien 655/2
 
 
6.  Scharka an Pflaumen – erkennen Sie Deformationen an Ihren  Pflaumen, so sind diese erkrankt und ungenießbar. Scharka-Virose an Pflaumen ist nicht bekämpfbar. (keine PSM). Widerstandsfähige Sorten wie Hanita sind zu empfehlen.
 
 
7. Neu gepflanzte Gehölze sind ausgiebig zu wässern, um die Bewurzelung vor Frosteintritt zu gewährleisten.
 
 

 
Der Gemüsegarten im Oktober
 
 
1. Unser Boden braucht auch im Oktober unsere ganze Aufmerksamkeit und volle Pflege. Das heißt, abgeerntete Flächen sind zu beproben (Probenstecher gibt es leihweise kostenfrei in der Geschäftsstelle des Verbandes der Gartenfreunde in der Köthener Straße 4) und hinsichtlich des Nährstoffbedarfs in einem Bodenlabor analysieren zu lassen.
 
Jetzt, nach der Probenentnahme, kann unreifer (grober) Kompost oder Mist
 
aufgebracht werden. Häcksel oder Laub erfüllen den gleichen Zweck, Abdecken des Bodens. Noch besser ist eine Gründüngung mit Phacelia (Bienenfutter) oder andere  im Handel angebotenen Mischungen. Ebenso können Altsamenbestände an Spinat, Feldsalat uvam. aufgebraucht werden.
 
Am effektivsten ist allerdings eine Bestellung. Jedes bestellte Beet ist besser als schwarze Erde! Im Frühjahr kann dann entsprechend der Analysenwerte punktgenau gedüngt werden.
 
 
3. Als Spätaussaaten bieten sich an:  Pflück- oder Schnittsalate, Radieschen. Spinat und Feldsalat (zur Ernte und Gründüngung gleichermaßen)
 
 
4. Sparen Sie Saatgut und gewinnen Sie bestimmte Sämereien selbst. Zum Beispiel Dill. Erntezeit ist, wenn die Körner gleichmäßig braun gefärbt sind.
 
5. Saisonende für wärmeliebende Kulturen  -  Auberginen, Tomaten und Gurken jetzt ernten. Noch grüne Tomaten reifen bei Zimmertemperaturen nach. Ein reifer Apfel unterstützt den Reifeprozess.
 
Zucchini bzw. Kürbisse sind sukzessive je Reifegrad und Bedarf zu ernten
 
 
4. Knoblauch vertreibt Wühlmäuse und kann jetzt und im Oktober gesteckt werden. Optimal ist die Pflanzung zwischen die Erdbeerzeilen (bei einem Reihenabstand von 60 cm) oder als Abgrenzung der Baumscheiben um alle Obstgehölze.
 
 
5. Kohlhernie bekämpfen  -  Wucherungen an den Wurzeln der geernteten Kohlköpfe sind ein Zeichen für Kohlhernie. So erkrankte Pflanzen müssen über den Restmüll entsorgt werden. (nicht kompostieren)
 
Vorbeugend kann mit Kohlblätterbrühe gegossen werden.
 
100 g frische Kohlblätter in einem Liter Wasser ansetzen. Nach 3-4 Tagen verdünnt 1 : 5 ausbringen.
 
Unverdünnt können damit auch freie verseuchte Flächen behandelt werden. Pflanzenschutzmittel (PSM) sind nicht zugelassen.
 
 
6. Rosen- und Braunkohl sind Starkzehrer und brauchen weiterhin ein „Kraftpaket“ Aber weniger Stickstoff, führt zu lockeren Röschen beim Rosenkohl und zur erhöhten Anfälligkeit gegenüber Krankheiten, besser sind kalibetonte Dünger oder stärkende Jauchen z.B. aus Ackerschachtelhalm (Kieselsäure) oder aus Zwiebel/Knoblauchschalen (stärkt die Abwehrkräfte).
 
Wer noch hat, kann den Rest Jauche aus Tomatenblatt ebenfalls ausbringen.
 
 
7. Haben sich am Rosenkohlstamm noch keine oder nur sehr kleine, lockere Röschen gebildet, so kann man „nachhelfen“ indem  die Kopfblätter heraus-gebrochen werden und reichlich gewässert wird. Ein Entblättern sollte vermieden werden. Es fördert den Prozess der Röschenbildung nicht.
 
Besser ist eine Düngung mit Holzasche (Kalium).  
 
 
8. Frosthartes Gemüse benötigt keinen Winterschutz, so z.B. schmeckt Braun- oder Grünkohl nach dem ersten Frost besser. Analog Rosenkohl. Wirsingkohl und Mangold kann etwas Frost gut ab. Analog Chinakohl (- 6°) Sellerie, Rote Bete, Kohlrabi müssen vor dem Frost bei trockenem Wetter geerntet und eingelagert werden. (in einer Miete z.B.)
 
 
9.  Möhren und Schwarzwurzeln  -  können in der Erde bleiben. Ein Winterschutz (Abdeckung) erleichtert die Ernte im Winter. Aber nach jeder Entnahme sind die Reihen erneut abzudecken.
 
 
Der Ziergarten im Oktober
 

 
1. Stauden können jetzt schadlos geteilt oder verkleinert bzw. umgesetzt  werden. Günstig ist das Entfernen der obererdischen Pflanzenteile. Wichtiger noch ist das ausreichende Wässern der wieder ein- oder umgesetzten Stauden.
 
Das gewährleistet ein gutes Bewurzeln und Anwachsen. Nicht benötigte Rest-posten bitte für Insekten und Vögel stehen lassen. Nicht gleich kompostieren!
 
 
2. die feuchte Witterung fördert insbesondere bei Rosen Rost, Sternrußtau und den echten Mehltau. Die befallenen Blätter sofort nach Erkennen entfernen und gründlich kompostieren (gut mit Erde oder anderem geeigneten Material abdecken).
 
 
3. Neue Rosen jetzt pflanzen  -  die Veredelungsstelle muss 5 cm tief im Boden sitzen. Also 5 cm tiefer setzen. Zu empfehlen sind ARD Rosen, sie sind widerstandsfähig gegen Rost, Sternrußtau  und Mehltau. Den etwas höheren Kaufpreis gleichen Sie durch nicht benötigte PSM aus.
 
Die Rosen nach dem setzen gut wässern und ungeachtet der Temperaturen anhäufeln. Das ist kein Winterschutz, sondern verhindert die Verdunstung!
 
 
4. Sind noch Zikaden an Rosen oder Rhododendren erkennbar müssen diese restlos bekämpft werden. Sie sind die Ursache für das pilzliche Knospensterben im kommenden Frühjahr. Vorteilhaft ist die Spritzung mit einem im Handel erhältlichen Schädlingsbekämpfungsmittel in den frühen Morgenstunden.
 
Die Zikaden sind zu dieser Zeit noch träge und lassen sich effektiv bekämpfen.
 
 
5. Wollen Sie Ihren Rosen etwas Gutes tun, dann düngen Sie Ihre Bestände jetzt nicht mehr mit Stickstoff, sondern nur noch mit einem speziellen Rosen- oder chloridarmen Kalidünger. Sie stärken so das Zellgewebe und machen die Rosen winterhart.
 
 
6. Tulpenzwiebel (Frühblüher generell) müssen im Oktober in die Erde.
 
Als Faustregel gilt als Pflanztiefe das Dreifache der Knollenstärke. In sandigem Boden erhöht sich die Standfestigkeit durch etwas tieferes Setzen der Zwiebeln
 
Pflanzkörbe aus Draht schützen vor den gefräßigen Wühlmäusen
 
 
7. Gladiolen ernten  -  wenn das Laub gelb oder braun ist, können die Knollen geerntet, 2-3 Tage getrocknet (Nachreife) und danach alle Pflanzenreste entfernt werden. Ein frostfreier, kühler aber trockener Raum eignet sich zur Einlagerung.

 
8. Frostempfindliche Knollen  -  analog sind Canna, Calla Dahlien oder „Russisches Wunder“ nach der Behandlung einzulagern. Eine stabile Kennzeichnung ist für die Pflanzung im kommenden Jahr vorteilhaft.
 
                                     
 
9. Unser strapazierter Rasen braucht jetzt Kalium. Kalium sorgt für eine erhöhte Widerstandsfähigkeit und damit für eine verbesserte Frosthärte im Winter durch eine optimale Trockenresistenz.
 
 
10. Auch neuer Rasen kann noch im Oktober angelegt werden. Ein Phosphatdünger unterstützt zwar die Wurzelbildung, aber eine ausreichende Wasserversorgung ist unerlässlich.
 
 
11. Einzeln wachsende Pilze im Rasen vernichten Altholz im Boden und sind ungefährlich. Hexenringe hingegen sollten besser ausgegraben und gründlich kompostiert werden. Danach neue Erde auffüllen, nachsähen, düngen und gründlich wässern.
 
 
 
Sonstige Arbeiten  im Oktober
 

 
1. Für den Igel sollten Sie jetzt einen Unterschlupf für den Winter bauen und anbieten. Eine mit Stroh/Laub gefüllte Obstkiste, ein entsprechend großer Weidenkorb  oder eine ausgediente Milchkanne sind nur einige Beispiele, die sich als Bleibe eignen und auch sehr gern angenommen werden.
 
 
2. Nistkästen als Winterquartier sind jetzt neu oder gesäubert und repariert anzubringen.
 
 
3. Frostempfindliche Materialien (Farbe, PSM oder Chemikalien) frostfrei einlagern.
 
 
4. Pumpen und wasserführende Armaturen vor Frosteintritt sichern. (Winterfestmachung)
 
 
5. Tomatenstäbe erneuern oder gut mit Seifenwasser reinigen oder wenn möglich desinfizieren (Vorbeugend gegen Kraut- oder Braunfäule)
 
 
 

 
Das Gewächshaus im Oktober
 
 
1.  Ernten  -  die wärmeliebenden  Kulturen sind oder werden abgeerntet, die freiwerdenden Flächen stehen somit zur Verfügung. Wer hat, kann jetzt noch Kopfsalat- oder Kohlrabipflanzen setzen. Aber es kann auch Pflück- oder Schnittsalat gesät werden. Spinat oder Feldsalat kann zur Ernte oder als Gründüngung ausgebracht werden.
 
Jede Bestellung, egal welche ist richtig, falsch ist nur schwarze Erde zu belassen.
 

 
Aktuelle Anmerkungen

 
1. Wer meine seit Jahren gegeben Hinweise – alles bittere, egal ob vom Kürbis der Gurke oder eben Zucchini als Gift zu betrachten – gefolgt ist, dem drohte und droht keine Gefahr. Ja, durch die lange Trockenperiode kam bzw. kommt es zu langen Entwicklungszeiten. Durch diese zu langen Liegezeiten auf dem Beet können giftige Stoffe von der Pflanze in die Früchte übertragen werden – aber nur bei sehr langen Liegezeiten!
 
 
Kleine Früchte mit einer kurzen Entwicklungszeit sind nicht bitter (giftig)
 
 
Mein Tipp:  ständiges – aller drei Tage – Abnehmen der Früchte verhindert die
 
Gefahr der Bitterstoffentwicklung und fördert zudem auch noch die Neufruchtentwicklung.
 
 
"Überständer" gehören ins Viehfutter oder auf den Kompost.                                  
 
 
 
2. Sie haben weitere Fragen, Hinweise oder Empfehlungen – dann rufen Sie mich über 845355 bitte an oder schreiben mir eine E-Mail kliematz@aol.com,


Ich wünsche allen Gartenfreundinnen und Gartenfreunden stets einen grünen Daumen und optimale Erfolge.
 
 
 
Ihr oder euer  Garten-Siggi



 

Letzte Aktualisierung am

02.03.2019

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