Gartenarbeiten im September - Verband der Gartenfreunde Schönebeck und Umgebung e.V.

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Gartenarbeiten im September

Thema Garten > Fachberatung

 

Der Garten im September
 
 
Im September geht der Sommer langsam aber sicher zu Ende und wir Kleingärtner müssen uns allmählich auf den Winter vorbereiten. Als langjähriger Gartenfreund erlaube ich mir Ihnen  Hinweise zu notwendigen Arbeiten im September zu geben.
 
 
Der Obstgarten im September
 
 
1. Die Kernobsternte ist im September ein Schwerpunkt der Arbeiten im Obstgarten. Nur gesundes Obst wird trocken und frostfrei eingelagert. Ständige Kontrollen sind erforderlich und Obst mit Schadstellen einer sofortigen  Verarbeitung oder Entsorgung zuzuführen.
 
 
2. Fallobst sowie am Baum erkennbare kranke Früchte sind zeitnah zu verarbeiten bzw. anderweitig zu entsorgen.
 
 
3. Der Schnitt der Steinobstbäume ( Aprikosen, Kirschen, Pflaumen ) sollte abgeschlossen sein oder werden. Insbesondere Walnussbäume sind im August zu schneiden, sollte das verpasst sein, ist im September die letzte Chance.
 
 
4. Beim Beerenobst sind nur noch notwendige Restarbeiten hinsichtlich des Schneidens möglich. Neupflanzungen hingegen sind jetzt optimal.
 
 
5. Noch nicht gesetzte Erdbeeren (Termin: 15.08.) müssen zur Sicherung einer zufriedenstellenden Ernte jetzt im September in die Erde. Bei Trockenheit ist das Wässern wichtig.
 
 
6. Nicht ausreifende (rot bleibende) Brombeeren sind von der Brombeergallmilbe befallen. So erkrankte Ruten sind erdgleich abzuschneiden und gründlich aufzusammeln und zu kompostieren. Im kommenden Jahr sind diese Bestände zwischen Austrieb und Blüte mit einem Schwefelmittel zu  spritzen.
 
 
7. Neu gepflanzte oder umgesetzte Bäume bzw. Sträucher sind bei Trockenheit lange und ausreichend  zu wässern, damit sie vor Eintritt des Frostes gut bewurzeln.
 
 
 

 
Der Gemüsegarten im September
 
 
1. Unser Boden braucht jetzt unsere ganze Aufmerksamkeit und volle Pflege. Das heißt, abgeerntete Flächen sind zu beproben und hinsichtlich des Nährstoffbedarfs in einem Bodenlabor analysieren zu lassen.
 
Jetzt, nach der Probenentnahme, kann unreifer (grober) Kompost oder Mist aufgebracht werden. Häcksel oder Laub erfüllen den gleichen Zweck, Abdecken des Bodens. Noch besser ist eine Gründüngung mit Phacelia (Bienenfutter) oder anderen  im Handel angebotenen Mischungen. Ebenso können Altsamenbestände an Spinat, Feldsalat oä. aufgebraucht werden.
 
Am effektivsten ist allerdings eine Bestellung. Jedes bestellte Beet ist besser als schwarze Erde!
 
 
2. Im Frühjahr kann dann entsprechend der Analysenwerte punktgenau gedüngt werden.
 
 
3. Kartoffeln gehören zwar nicht in den Kleingarten, aber wenn sie angebaut wurden, müssen sie jetzt aus der Erde und in den Keller. Trocken, dunkel und bei ca. 8 ° Celsius sollten sie gelagert werden.
 
 
4. Knoblauch vertreibt Wühlmäuse und kann jetzt und im Oktober gesteckt werden. Optimal ist die Pflanzung zwischen die Erdbeerzeilen (bei einem Reihenabstand von 60 cm) oder als Abgrenzung der Baumscheiben um alle Obstgehölze.
 
 
5. Rosen- und Braunkohl sind Starkzehrer und brauchen regelmäßig ein "Kraftpaket" aber weniger Stickstoff, dieser führt zu lockeren Röschen beim Rosenkohl und zur erhöhten Anfälligkeit gegenüber Krankheiten, besser sind kalibetonte Dünger oder stärkende Jauchen z.B. aus Ackerschachtelhalm
 
(Kieselsäure) oder aus Zwiebel/Knoblauchschalen (stärkt die Abwehrkräfte). Wer noch hat, kann den Rest Jauche aus Tomatenblatt ebenfalls ausbringen.
 
 
 
Der Ziergarten im September
 

 
1. Stauden können jetzt schadlos geteilt oder verkleinert bzw. umgesetzt  werden. Günstig ist das Entfernen der obererdischen Pflanzenteile. Wichtiger noch ist das ausreichende Wässern der wieder ein- oder umgesetzten Stauden.
 
Das gewährleistet ein gutes Bewurzeln und Anwachsen.
 
 
2. die feuchte Witterung fördert insbesondere bei Rosen Rost, Sternrußtau und den echten Mehltau. Die befallenen Blätter sofort nach Erkennen entfernen und gründlich kompostieren (gut mit Erde oder anderem geeigneten Material abdecken). Eine Spritzung mit einem zugelassenen Pilzfreimittel sorgt für vitale Rosen.
 
 
3. Noch auftretende Zikaden an Rosen oder Rhododendren müssen restlos bekämpft werden. Sie sind die Ursache für das pilzliche Knospensterben im kommenden Frühjahr. Vorteilhaft ist die Spritzung mit einem im Handel erhältlichen Schädlingsbekämpfungsmittel in den frühen Morgenstunden.
 
Die Zikaden sind zu dieser Zeit noch träge und lassen sich effektiv bekämpfen.
 
 
4. Wollen Sie Ihren Rosen etwas Gutes tun, dann düngen Sie Ihre Bestände jetzt nicht mehr mit Stickstoff, sondern nur noch mit einem speziellen Rosen- oder chloridarmen Kalidünger. Sie stärken so das Zellgewebe und machen die Rosen winterhart.
 
 
5. Die Blütezeit der Dahlien wird verlängert, wenn Sie regelmäßig die verblühten Reste entfernen und bei Trockenheit auf eine ausreichende Bewässerung achten.
 
 
6. Der September ist der optimale Zeitpunkt für das Teilen bzw. Umsetzen von Pfingstrosen. So ist eine gute Bewurzelung noch vor dem ersten Frost gewährleistet und  somit ein vitales Austreiben im nächsten Frühjahr gesichert.
 
 
7. Die Frühjahrsblüher (Krokusse, Narzissen, Tulpen uvam.) müssen jetzt (spätestens im Oktober) in die Erde, wenn sie im Frühjahr blühen sollen.
 
 
8. Unser strapazierter Rasen braucht jetzt Kalium. Kalium sorgt für eine erhöhte Widerstandsfähigkeit und damit für eine verbesserte Frosthärte im Winter durch eine optimale Trockenresistenz.
 
 
9. Auch neuer Rasen kann angelegt werden. Ein Phosphatdünger unterstützt zwar die Wurzelbildung, aber eine ausreichende Wasserversorgung ist unerlässlich.
 
 
10. Einzeln wachsende Pilze im Rasen vernichten Altholz im Boden und sind ungefährlich. Hexenringe hingegen sollten besser ausgegraben und gründlich kompostiert werden. Danach neue Erde auffüllen, nachsähen, düngen und gründlich wässern.
 
 
Sonstige Arbeiten  im September
 

 
1. Für den Igel sollten Sie jetzt einen Unterschlupf für den Winter bauen und anbieten. Eine mit Stroh/Laub gefüllte Obstkiste, ein entsprechend großer Weidenkorb  oder eine ausgediente Milchkanne sind nur einige Beispiele, die sich als Bleibe eignen und auch sehr gern angenommen werden.
 
 
2. Steingärten können im September optimal gepflegt werden. Ausgewaschene Stellen sind mit frischer Erde zu versehen, neue Pflanzen können gesetzt und zu groß gewordene Bestände können verkleinert werden. Ebenso sind Neugestaltungen möglich.
 
 
3. Bei Interesse für eine Stecklingsvermehrung sollten benötigte Stecklinge vom Beerenobst, vom Wein, von der Andenbeere und von der Datura (Engelstrompete) jetzt geschnitten und entsprechend der Notwendigkeiten einlagert oder getopft  werden. (Bei Bedarf bitte im Internet nachlesen)
 
 
4. Bitte belassen Sie nicht benötigte Samenstände der verschiedensten Pflanzen als Nahrungsquelle für Insekten und Vögel  auf dem Beet und kompostieren Sie die Reste erst nach dem Winter. Die Nützlinge danken es Ihnen im nächsten Jahr.
 
 
Das Gewächshaus im September
 

 
Einige ganz einfache Folienzelte werden von mir bestellt.
So habe ich ein kleines, geschlossene Zelt nur für Gurken und ein zweites, ein offenes Zelt nur für Tomaten. Meine Favoriten: Melonentomaten, Schwarze Krim, Grüne Zebra, Datteltomate und Ochsenherz.

Neu kommen dazu
Honig gelb und Sekura. 2016 ist mein Favorit „Philovita. Eine gegen Braunfäule hoch tolerante Cherrytomate mit sehr hohem Ertrag. Fruchtgewicht: ca. 15 g.  Insgesamt habe ich 23 Sorten im Bestand.
Die Ergebnisse 2016 sind trotz Trockenheit überdurchschnittlich.

Neben Tomaten können Auberginen oder Melonen erfolgreich gezogen werden.

Freie Flächen können jetzt mit Herbst- oder Wintergemüse bestellt werden. Portulak, Löffelkraut oder Spinat bieten sich an. Endivien - wer mag und Kopfsalat als Alternative.

Eigenen Versuchen sind keine Grenzen gesetzt. Probieren macht den Meister!
Eine Vorkultur im Freien ist natürlich auch möglich d.h. Vorkultur im Freien und erst spätere Pflanzung im Haus.

 
 
Aktuelle Anmerkungen
 
1. Wer meine seit Jahren gegeben Hinweise – alles bittere, egal ob vom Kürbis. der Gurke oder eben Zucchini als Gift zu betrachten – gefolgt ist, dem drohte und droht keine Gefahr. Und so ist es auch 2016.
Ja, durch die lange Trockenperiode kam bzw. kommt es zu langen Entwicklungszeiten. Durch diese zu langen Liegezeiten auf dem Beet können giftige Stoffe von der Pflanze in die Früchte übertragen werden – aber nur bei sehr langen Liegezeiten!

Kleine Früchte mit einer kurzen Entwicklungszeit sind nie bitter (giftig)

Mein Tipp:  ständiges – aller drei Tage – Abnehmen der Früchte verhindert die Gefahr der Bitterstoffentwicklung und fördert zudem auch noch die Neufruchtentwicklung.

„Überständer gehören ins Viehfutter oder auf den Kompost.

2. Die Blütenendfäule das heißt die Tomaten bekommen entgegen dem Ansatz dunkle, aber trockene Stellen. Das ist keine Krankheit, sondern nur ein Versorgungsfehler – der Pflanze steht kein nahrungsverfügbares Calzium zur Verfügung. Die Frucht kann bedenkenlos gegessen und weiter kultiviert werden. Eine Korrektur ist in der Regel (meine Erfahrung) nicht erfolgreich. Eine Spritzung mit Kalziumkarbonat aus der Apotheke wird empfohlen!

3.  Sie haben weitere Fragen, Hinweise oder Empfehlungen – dann rufen Sie mich bitte über 03928-845355 an oder schreiben mir eine E-Mail an kliematz@aol.com.


Ich wünsche allen Gartenfreundinnen und Gartenfreunden stets einen grünen Daumen und optimale Erfolge.

 
 
Ihr oder euer  Garten-Siggi
 
 

 

Letzte Aktualisierung am

28.01.2019

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